IHK-Ratgeber zur Berechnung und Beschreibung von Gewerbemietflächen im Vertrag
Bild: Objektbetrachtung

Gewerbeflächen

Teil von Welche Vertragspunkte steuern den Mieterausbau im Gewerberaummietrecht?

Gewerbemietfläche: Was IHK Essen und Schwaben zur Quadratmeterberechnung raten

IHK Essen und Schwaben zur Gewerbemietfläche: Beschreibung, vermietete Freiflächen, Stellplätze, Reklameflächen und gemeinsame Vermessung vor Mietbeginn.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Beide IHK-Ratgeber verlangen eine genaue Beschreibung des Mietobjekts nach Lage und Umfang.
  • Essen nennt zusätzlich vermietete Freiflächen, Pkw-Abstellplätze und Reklameflächen.
  • Essen empfiehlt, die Quadratmeterberechnung zu bestimmen und vor Mietbeginn gemeinsam zu vermessen.

Warum die Fläche im Vertrag so wichtig ist

Wer Gewerbeflächen mietet, hat keinen besonderen gesetzlichen Schutz wie ein Wohnungsmieter. Darauf weist die IHK zu Essen ausdrücklich hin. Umso mehr kommt es auf die Gestaltung des Vertrags an. Beide IHK-Seiten behandeln die Beschreibung des Mietgegenstands und die Flächenangabe. Die IHK Schwaben beginnt ihre Empfehlungen bei jeder Fläche mit einer einfachen Prüffrage: Wie genau ist der Mietgegenstand beschrieben? Die Antwort entscheidet mit darüber, ob später über Fläche, Nutzbarkeit oder Nebenräume gestritten wird.

Schwaben: Mietgegenstand präzise beschreiben

Die IHK Schwaben listet die Bestandteile einer genauen Beschreibung auf. Dazu gehören die genaue Lage der Mieträume, die Quadratmeterzahl, Nebenräume wie Keller, Lager, Toiletten oder Stellplätze sowie gemeinschaftlich nutzbare Flächen. Auch ein Grundriss oder Lageplan als Anlage, die technische Ausstattung und der Übergabezustand gehören dazu. Je genauer diese Beschreibung ist, desto geringer ist nach Einschätzung der IHK Schwaben das Risiko späterer Streitigkeiten über die Fläche. Die Quadratmeterzahl und der Grundriss sind dort also ausdrücklich Prüfpunkte, nicht bloß Anhang.

Essen: Was zur Fläche gehört und wie gemessen wird

Die IHK zu Essen zählt auf, was der Vertrag beim Mietobjekt erfassen soll. Neben der Ortsangabe nennt sie einzelne Baulichkeiten, die Mieträume innerhalb des Gebäudes und ausdrücklich vermietete Freiflächen sowie Pkw-Abstellplätze, Reklameflächen und Ähnliches. Zur Berechnung der Quadratmeterzahl enthält die Seite zwei praktische Hinweise. Weil die Miete teils nicht als Summe, sondern als Quadratmeter-Mietzins angegeben wird, sollten Vertragsparteien laut IHK zu Essen die Art und Weise der Berechnung der Quadratmeterzahl festlegen und vor Mietbeginn gemeinsam die Vermessung der Mietflächen vornehmen. Wer die Miete je Quadratmeter zahlt, sollte die Messgrundlage vertraglich benennen.

Vergleichstabelle der IHK-Aussagen

Flächenthema IHK Schwaben IHK zu Essen
Genaue Lage und Quadratmeterzahl Ja, ausdrücklich Ja, nach Lage und Umfang
Nebenräume, Keller, Lager, Stellplätze Ja, als Beispiele Ja, einzelne Baulichkeiten
Freiflächen, Pkw-Stellplätze, Reklameflächen Nur Stellplätze als Nebenraumbeispiel Ja, ausdrücklich vermietete Freiflächen
Grundriss oder Lageplan Ja, als Vertragsanlage Nicht ausdrücklich erwähnt
Gemeinsam genutzte Flächen Ja, gemeinschaftlich nutzbare Flächen Nicht ausdrücklich erwähnt
Berechnung und Messung Keine Angabe zur Methode Berechnung bestimmen, gemeinsam vermessen

Die Tabelle beruht auf den beiden öffentlich abrufbaren IHK-Seiten. Sie dokumentiert nur, was dort steht. Ein Grundriss als Anlage ist kein Messprotokoll. Umgekehrt ergibt sich aus der Essener Empfehlung zur gemeinsamen Vermessung noch keine bestimmte Rechenmethode.

Offene Punkte und ein gekennzeichnetes Beispiel

Beide Seiten schweigen zu Toleranzen, Rundungen und einem verbindlichen Umrechnungsfaktor. Wer rein nach den IHK-Texten plant, kennt keine zulässige Abweichung in Prozent und kein Messverfahren. Genau das bleibt eine offene Klärung im Objekt.

Ein Beispiel zur Abgrenzung der Flächen, nicht als Rechennorm. Angenommen, ein Betrieb beschreibt im Vertrag getrennt:

  1. Verkaufsraum: 180 Quadratmeter.
  2. Lager im Gebäude: 60 Quadratmeter.
  3. Pkw-Abstellplätze: 8 Stellplätze.
  4. Werbefläche an der Fassade: eine Reklamefläche.
  5. Gemeinschaftlich genutzter Hof zur Anlieferung.

Werden die Quadratmeter nach präzise beschreiben sollen Mietgegenstand und die Stellplätze in einem Stück: 240 Quadratmeter sind es. Beides bleibt im Vertrag getrennt, aber die Quadratmeterangabe zählt zuerst die Räume im Gebäude. Ob die acht Stellplätze und die Werbefläche zusätzlich kosten, regelt der Vertrag.

Was Sie praktisch vorbereiten sollten

  1. Messen Sie begehbare Räume erst nach einer gemeinsamen Ortsbegehung.
  2. Vermerken Sie die angewandte Messweise schriftlich, damit die Zahl nachvollziehbar bleibt.
  3. Trennen Sie Stellplätze und Werbeflächen in Anlagen und Zeichnungen.
  4. Prüfen Sie, ob der Mietvertrag jeden Nebenzugang einzeln aufführt.
  5. Klären Sie vor der Unterschrift, welche Kreisgrenze als Innen- oder Außenmaß dient.

Häufige Fragen

Wie genau beschreibt die IHK Schwaben den Mietgegenstand? Sie nennt genaue Lage, Quadratmeterzahl, Nebenräume, gemeinsam genutzte Flächen, Grundriss oder Lageplan, technische Ausstattung und Übergabezustand.

Was empfiehlt die IHK zu Essen zur Quadratmeterzahl? Sie empfiehlt, die Art der Berechnung festzulegen und vor Mietbeginn gemeinsam zu vermessen, weil die Miete teils je Quadratmeter angegeben wird.

Sind Außenflächen automatisch Teil der Gewerbemietfläche? Die IHK Schwaben nennt Stellplätze, die IHK zu Essen nennt Freiflächen, Pkw-Stellplätze und Reklameflächen ausdrücklich als eigene Positionen. Ob sie mitvermietet sind, muss der Vertrag sagen.

Die genannten IHK-Seiten sind Orientierungshilfen und ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

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